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Diabetes und Essstörungen

Neben Depressionen und Angststörungen stellen psychogene Essstörungen die wichtigsten psychischen Krankheiten bei Menschen mit Diabetes mellitus dar. Zu den klinisch manifesten Essstörungen nach ICD-10 gehören die Anorexia nervosa, Bulimia nervosa sowie die Binge-Eating-Störung. Nicht immer können Essstörungen so klar den Kriterien der ICD-10 oder dem DSM-5 zugeordnet werden. Aus diesem Grund gibt es die Begriffe "nicht näher bezeichnete Essstörung" oder "atypische Bulimia nervosa" [19].
Neben den klassischen Essstörungen wird in den letzten Jahren zunehmend über eine neue Essstörung, der Orthorexia nervosa berichtet. Typisch für essgestörte Patienten/innen mit Diabetes mellitus ist zudem das sogenannte „Insulin-Purging“ [3].
Junge Frauen mit Typ-1-Diabetes leiden etwa doppelt so häufig an einer Essstörung wie stoffwechselgesunde Altersgenossinnen. Warum gerade junge Frauen mit einem Diabetes besonders gefährdet sind eine Essstörung zu entwickeln, hängt sehr häufig mit einer Selbstwertproblematik zusammen. Der Typ-1-Diabetes entsteht nicht selten im Jugendalter, also zu einer Zeit, in der sich Betroffene viel mit sich selbst auseinandersetzen. Für die Therapie des Diabetes ist es unerlässlich sich ständig mit Nahrungsmitteln auseinanderzusetzen, seinen Blutzucker zu kontrollieren und zu überlegen, wie sich die körperliche Aktivität auf den Blutzucker auswirken könnte. All diese Faktoren sind tägliche Begleiter im Leben eines Menschen mit einem Typ-1- Diabetes und können eine Essstörung eher begünstigen [2]. Laut Dr. Christina-Maria Geisbüsch und Dr. Katharina Bühren von der Klinik für Psychiatrie an der Universitätsklinik Aachen konnten bei bis zu 10 Prozent der Typ-1-Diabetikerinnen in der Adoleszenz unspezifische Essstörungen oder Bulimia nervosa in Studien nachgewiesen werden [21].

Auch bei Menschen mit einem Typ-2-Diabetes treten Essstörungen auf. Bei diesem Diabetestyp tritt jedoch häufiger eine Binge-Eating-Störung auf [19].

Teilnahme

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  • Frist: vom 09.03.2020 bis zum 10.03.2021
  • VDBD-Mitglieder: 0,00 €
  • Nicht-Mitglieder: 10,00 €

Zeitumfang:
20 Minuten / 15 Fragen

Zertifizierungsnummer:
ZNR20200222

Zertifizierungspunkte: max. 2,5